Unsere Chronik

Wer sind wir? - Was machen wir?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gründeten sich infolge des Wirkens des „Turnvaters“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) und des Musikpädagogen und Komponisten Friedrich Silcher (1789 – 1860) im damaligen Preußen neben Turnvereinen auch zahlreiche Männerchöre.

Aus den noch vorliegenden alten Unterlagen geht hervor, dass unser Verein am 9. August 1885 unter dem Namen Gesangverein „Liederkranz“ Offhausen gegründet wurde. Seit 1836 gab es im benachbarten Dermbach bereits den MGV „Liedertafel“ und seit dem Jahre 1876 bestand bereits im Nachbarort Herkersdorf ebenfalls ein (Männer-)Chor unter dem Namen MGV „Eintracht“ Herkersdorf. 1894 wurde in Katzenbach der MGV „Einigkeit“ gegründet. Erst 1897 gründete sich in Kirchen der MGV Jungenthal, der sich ab 1898 MGV „Liederkranz“ Kirchen nannte.

Wie früher üblich, leiteten auch in Offhausen meist die an den örtlichen Volksschulen tätigen Lehrer die Chöre. Schließlich war für alle Lehrer damals – im Gegensatz zu heute - auch eine musikalische Ausbildung obligatorisch. Die anfangs 25 Sänger des MGV „Liederkanz“ Offhausen waren vornehmlich Bergleute - andere Berufe gab es im Dorf kaum. Diese gingen täglich zu Fuß zu ihren Arbeitsstellen, den Eisenerzgruben oder Hütten in Dermbach, Brachbach, Herdorf oder Eiserfeld. Das waren üblicherweise 10-Stunden-Schichten- dazu die weiten Fußwege – und das an sechs Tagen in der Woche. Urlaub gab es noch keinen. Nebenberuflich wurde im kleinen Umfang dazu auch Landwirtschaft (und „Haubergswirtschaft“) betrieben, um die Familie am Leben zu halten.

Schon recht bald in den ersten Jahren nach der Gründung machte der Chor durch gute Auftritte in den umliegenden Ortschaften auf sich aufmerksam. Mangels örtlicher Möglichkeit ging man alljährlich zu eigenen konzertanten Veranstaltungen in vorhandene Lokale nach Kirchen.

Das älteste, bekannte Bild des Chores zeigt die Sänger mit der bereits im Jahr 1886 angeschafften Vereinsfahne anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Chores im Jahr 1910. Chorleiter war zu dieser Zeit (von 1903 – 1933) Josef Schuhen - damals Organist in Kirchen.

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Etwa 1910 löste sich der vorgenannte MGV „Eintracht“ Herkersdorf wieder auf und verschiedene Sänger dieses Chores wechselten zum „Liederkranz“ nach Offhausen. Die Fahne des MGV „Eintracht“ Herkersdorf ist im Heimatmuseum in Kirchen ausgestellt.

Offensichtlich verlangten die von Herkersdorf stammenden Sänger eine Umbenennung des Vereins. So kam es nach dem1. Weltkrieg am 14. Dezember 1919 zu einer neuen Satzung des Vereins, in dem der Name des Chores/ des Vereins mit Gesangverein „Liederkranz“ Offhausen-Herkersdorf mit Sitz in Offhausen angegeben wurde. Das Original dieser Satzung befindet sich noch im Archiv des Vereins.

Etwa 1930 wechselte der Vereinsname wieder: MGV „Liederkranz“ Offhausen. Auch in den 1930-iger Jahren, als alle Vereine entsprechend der damaligen politischen Ausrichtung „gleichgestellt“ wurden, konnte man sich noch recht gut selbstständig halten. Jedoch musste jede chorische Veranstaltung durch die NSDAP genehmigt werden. Und aus dem Vorsitzenden des Vereins wurde ein „Vereinsführer“. Bei einer „Bestandserhebung“ des Deutschen Sängerbundes zum 1.Januar 1941 wird gemeldet, dass von 17 Sängern 8 Sänger „im Dienst der Wehrmacht“ waren. Unter diesen 8 Sängern befanden sich das spätere Ehrenmitglied Paul Molzberger, sowie die späteren Vereinsvorsitzenden Willy Stark und Karl Stock.

Bei einem Ausflug des Chores an die Ahr im Juni 1937 kam es bei der Heimfahrt in der Nacht bei Bruchertseifen zu einem schweren Unfall: Wie die Zeitung schrieb, war der Omnibusfahrer wegen Alkoholgenuss und Übermüdung während der Fahrt eingeschlafen und gegen einen Baum gefahren. Ein Sänger starb noch am Unfallort, 13 wurden verletzt. Die Zeitung meldete weiter: „Der Fahrer, der kurze Zeit nach dem Unfall in den angrenzenden Wald verschwunden war, wurde morgens 50 m von der Unfallstelle entfernt unter einem Baum schlafend vorgefunden“.

Während beider Weltkriege kam es zum Erliegen der Chorarbeit, da fast alle Sänger, und auch die Chorleiter, zum Wehrdienst eingezogen waren.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg fiel der Chor wieder durch besondere Leistungen auf: Mit zeitweise nur 13 oder 15 Sängern wurden durch den Leistungswillen der Sänger und das Können des damaligen Chorleiters (und Lehrers in Offhausen) Wilhelm Harnischmacher überragende Ergebnisse bei Wertungssingen und Sängerwettstreiten in näherer und weiterer Umgebung erzielt.

Gemischter Chor Liederkranz

Durch Wegzug, bedingt auch durch notwendige Arbeitsplatzwechsel und mangelnde Wohnungsbaumöglichkeiten im Dorf, verlor der Chor im Laufe der 1950-er Jahre zahlreiche aktive Sänger. Ergebnis war, dass man sich 1955, nach einem wirklich großartigen Jubiläumsfest anlässlich des 70-jährigen Chor- und Vereins-Bestehens, zur Umwandlung des Männerchores in einen Gemischten Chor entschloss.

Mit der Umwandlung des Männerchores in einen Gemischten Chor gab der langjährige Chorleiter Wilhelm Harnischmacher seinen Dienst im Verein auf. Der Verein gab sich gleichzeitig den Namen Gemischter Chor „Liederkranz“ Offhausen. Seit dieser Zeit sang der Chor unter verschiedenen Chorleitern. Erster Chorleiter des Gemischten Chores wurde (für lange Jahre) Herman Josef Schuhenn aus Betzdorf.

Der Gemischte Chor erlebte im Laufe der Jahre Höhen und Tiefen. Eine sehr erfolgreiche Zeit waren sicher die ersten Jahre der 1990-er Jahre unter dem Chorleiter Luis Perathoner.

Im Jahre 1994 wurde der langjährige Vorsitzende Alfred Pfeifer zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bedingt durch den demografischen Wandel, wesentlich aber auch wegen mangelndem Interesse und fehlender Unterstützung der Bevölkerung. Durch die dadurch begründete Überalterung der Sängerinnen und Sänger, sowie wegen Unzufriedenheit mit den späteren Chorleitern, beschlossen am 13. Sept. 2004 die Chormitglieder mehrheitlich die Auflösung von Chor und Verein. Der Sänger und ab Januar 2005 verantwortliche Vorsitzende Peter Kühne verhindert dies allerdings durch seinen engagierten Einsatz. Ein junger Chorleiter – André Schneider aus Dermbach – wurde im Sommer 2005 gefunden. Dieser schaffte es, den Chor wieder positiver einzustellen und besser zu stimmen. Weiter wurde mit viel Enthusiasmus dann ab Winter 2006/2007 nach weiteren Möglichkeiten gesucht, den Verein, das Vereinsleben und das Singen im Chor in positivere Strukturen auf Dauer wieder herzustellen. In diese Bemühungen hinein fiel leider der unerwartete Tod des sehr beliebten Chorleiters André Schneider am 30. April 2007, der in kurzer Zeit so viele positive Zeichen im und für den Chor „Liederkranz“ setzen konnte.

Karin Sponholz (später Endrigkeit) wurde im Frühjahr 2007 sein Nachfolger.

Projektchor Druidenstein

Viele Gespräche ergaben im Laufe des Jahres 2007 sodann eine deutliche Öffnung von Verein und Chor nach außen - über die Dörfer Offhausen und Herkersdorf hinaus. Es sollten Frauen und Männer gefunden werden, die an einem modernen Stil des Chorsingens Interesse haben. Es erfolgte im September 2007 die Neugründung eines zweiten Chores, einem Chor für moderne Chormusik, dem „Projektchor Druidenstein“. Dieser junge Chor stellte sich erstmals am 15. Dezember 2007 schon mit mehr als 30 Sängerinnen und Sängern, dazu dem Gemischten Chor „Liederkranz“, weiter einem Projektchor des MGV „Liedertafel“ Dermbach, sowie dem Kinderchor „Fischbacher LiederKids“ – alle unter der Leitung von Karin Sponholz – erfolgreich in einem vorweihnachtlichen Konzert in der überfüllten Heilig-Kreuz-Kirche in Kirchen-Herkersdorf der Öffentlichkeit vor.

Chorgruppe Druidenstein

Dieser als „Projektchor Druidenstein“ gestartete Versuch konnte als gelungen betrachtet werden, da auch viele Sängerinnen und Sänger aus der näheren und weiteren Nachbarschaft für den Verein und seine Ziele gewonnen werden konnten. Bei einer Zusammenkunft nach diesem gelungenen Erstauftritt folgten im Januar 2008 alle Sängerinnen und Sänger des „Projektchores Druidenstein“ der Einladung des Vorstands, den Chor nach der Projektphase weiterzuführen. Man gab sich den Namen „TonARtisten“, dem sich dann nach und nach immer mehr Chormitglieder anschlossen.

Im Frühjahr des Jahres 2008 wurde in einer Mitgliederversammlung eine neue, den neuen Ideen folgende und zeitgemäße Satzung verabschiedet und der Name des Vereins von Gemischter Chor „Liederkranz“ Offhausen in „Chorgruppe Druidenstein“ geändert.

Es folgte der Eintrag ins Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht Montabaur. Seitdem trägt der Verein den Namen „Chorgruppe Druidenstein e.V.

Im Jahr 2008 wurde weiter - bewusst für die ältere Generation - der „Senioren-Singkreis“ gegründet, welcher schnell ebenfalls auch mit über 30 singenden Personen „Ü65“ sang. Fünf Jahre wurde in diesem Chor mit viel Eifer und Freude gesungen, bis der Chor leider wegen unüberbrückbarer Differenzen und unschöner Machenschaften des Chorleiters im Herbst 2013 wieder aufgelöst werden musste.

Für „besondere Aufgaben“ wurde im Jahr 2009 der „kleine Chor der TonARtisten“ gegründet, dessen Leitung ebenfalls Chorleiterin Karin Sponholz übernahm. Diese Gruppe begeisterter Sänger und Sängerinnen probt und singt seitdem getrennt vom größeren Chor ebenfalls moderne Literatur und bietet sich auch für besondere Ständchen und Feierlichkeiten an.

Im Januar 2012 stellte der Gemischte Chor "Liederkranz" seine Probetätigkeit nach 47 Jahren ein. Die verbliebenen Chormitglieder beschlossen dies selbst. Das Interesse an diesem traditionellen Gemischten Chor war - wie anderswo auch und schon vorher angedeutet - bereits seit geraumer Zeit in unseren Dörfern nicht mehr vorhanden. Seit vielen Jahren war durch die verschiedenen Vorstände des Vereins mit teilweise großem Aufwand, aber ohne jeden Erfolg und ohne jegliche Unterstützung der Bevölkerung versucht worden, die gesundheitlich- und altersbedingten Abgänge im „Liederkranz“ durch neue Sängerinnen und Sänger aufzufangen. Leider blieben alle diese Anstrengungen ohne Ergebnisse und Erfolge. Die Bereitschaft der Bevölkerung zum Mitwirken oder zur Unterstützung blieb, wie schon lange Jahre vorher, in den beiden Ortschaften Offhausen und Herkersdorf - der eigentlichen Heimat des Liederkranzes - völlig unzureichend, bzw. blieb gar völlig aus. Die Beendigung des Singens im „Liederkranz“ geschah unter großem Bedauern der verbliebenen Chormitglieder, natürlich des Vorstandes und auch der treuen, unterstützenden Vereinsmitglieder.

Im Herbst 2011 waren abschließend noch einige wichtige soziale Aufgaben vom Gemischten Chor „Liederkranz“ mit helfenden Chorstimmen des „Senioren-Singkreises“ erledigt worden.

Praktisch gleichzeitig mit dem Ende des „Liederkranzes“ erfolgte aber eine weitere Chorgründung: Wohlwissend, mit Karin Endrigkeit (vorher Sponholz) schon eine ausgebildete und versierte Kinderchorleiterin im Verein zu haben, wurde im September 2011 erstmals in Kirchen ein Kinderchor gegründet. Hier singen seitdem Kinder ab einem Alter von 5 Jahren. Für dieses Ensemble wurde der Name „Druidenkids“ gefunden.

Seit 2013 finden ältere, dem Kinderchor entwachsene Jugendliche eine neue Bleibe in einem weiteren Chor: einem Jugendchor. Auch hier übernahm Karin Endrigkeit die musikalische Leitung. Die Jugendlichen dieses Chores gaben sich bei ihrem Konzertdebüt im Herbst 2013 selbst den Namen „Teenitus“. Seit seiner Gründung ist „Teenitus“ durch überaus schöne und gelungene Auftritte sehr positiv aufgefallen.

Nach dem unliebsamen Ende des „Senioren-Singkreises“ im Sommer 2013, wurde unmittelbar danach ein neuer gemischter Chor gegründet. Zielsetzung war, hier wieder mit allen Altersgruppierungen ausschließlich mehrstimmig in deutscher Sprache zu singen.

Als musikalischer Leiter stellte sich der schon seit langen Jahren in vielen Chören des Siegerlandes als Chorleiter tätige Karl Willi Harnischmacher zur Verfügung, welcher schon vorher einige Jahre auch als Vorsitzender des Vereins die wesentlichen Neuerungen im Verein auf den Weg gebracht hatte.

In diesem Chor zeigten sich recht bald sehr verbindende, freundschaftliche und kameradschaftliche Kontakte. Diese, sich in großer Harmonie befindliche Gruppierung, führte zum Chornamen „VielHarmonie“. Und diese guten, freundschaftlichen Kontakte untereinander halten an.

Chorleiter Harnischmacher beendete zum Bedauern der Chormitglieder aus Altersgründen im Mai 2017 auch seine Chorleitertätigkeit beim Chor "VielHarmonie". Vom Vorsitzenden und seinem Stellvertreter wurde er während der ersten Probe unter seinem Nachfolger gebührend verabschiedet. Als neuen Chorleiter hatte der Vorstand den jungen, aus Polen stammenden Musikerzieher und Chorleiter Marcin Murawski gewonnen. Er leitet bereits verschiedene Chöre im Umkreis. Ihm wünschen wir beim Chor "VielHarmonie" und in unserem Verein viel Erfolg. Auf Grund fehlender Sängerinnen und Sänger, wurde das Singen im kleinen Chor der TonARtisten im Jahre 2017 und im gemischten Chor VielHarmonie im Jahre 2019 eingestellt.

Zielsetzung des Vereins und des Leitunsteams ist und bleibt es, allen Interessierten - gleich welchen Alters, welchen Glaubens, welcher Herkunft oder welcher ideologischen Einstellung - Platz in einer weltoffenen, singenden Chorgemeinschaft zu bieten.